Was ändert sich 2021?

Neue Regeln und Gesetze gelten im nächsten Jahr

Der Januar lässt nicht nur das Konto „schmelzen“, sondern sorgt für so manche neue Regeln und Gesetze. So ändert sich einiges, was sich auf den Geldbeutel von Verbrauchern und Steuerzahlern auswirkt. Kindergeld und Mindestlohn steigen, der Soli wird für die meisten Steuerzahler abgeschafft. Höhere Kosten verursacht beispielsweise das Auto.

Was für ein Jahr! Endlich neigt sich das Corona-Jahr 2020 dem Ende zu. Und ab Januar werden das Kindergeld und der Kinderfreibetrag erhöht. Familien dürfen sich auf eine Aufstockung des monatlichen Kindergelds um 15 Euro freuen. Gleichfalls erhöht sich der Kinderfreibetrag der Eltern auf insgesamt 8388 Euro.

Ebenfalls ändert sich in wenigen Tagen der gesetzliche Mindestlohn. Von 9,35 Euro brutto pro Stunde steigt er nun auf 9,50 Euro pro Stunde. Die Mindestausbildungsvergütung pro Monat steigt ab Januar auf 550 Euro.

Steuerzahler erwartet 2021 eine weitere Entlastung. Laut Informationen des Bundesfinanzministeriums soll die Freigrenze bis zu der kein Solidaritätszuschlag anfällt, auf 16.956 Euro beziehungsweise auf 33.912 Euro (Einzel-/Zusammenveranlagung) der Steuerzahlung angehoben werden. Dies hat zur Folge, dass eine Familie mit zwei Kindern bis zu einem Bruttojahreslohn von 151.990 Euro und Alleinstehende bis zu einem Bruttojahreslohn von 73.874 Euro keinen Solidaritätszuschlag (Soli) mehr zahlen müssen.

2021 steigen einige Steuern – teilweise gibt es allerdings auch mehr Geld.

Und noch eine gute Nachricht: Die Grundrente für Geringverdiener tritt in Kraft. Laut eines Gesetzentwurfes sollen bald alle Rentner den vollen Zuschlag auf ihre selbst erarbeiteten Ansprüche bekommen, wenn sie aufgrund von Beschäftigung, Kindererziehung oder Pflege 35 Jahre an Versicherungszeiten nachweisen können.

Einen verminderten Zuschlag sollen alle bekommen, die mindestens 33 Jahre vorweisen können. Dabei spielt es wohl keine Rolle, ob in Voll- oder Teilzeit gearbeitet wurde.

Autobesitzer aufgepasst: Wer ein Neu-Fahrzeug mit hohem Spritverbrauch und CO2-Ausstoß von mehr als 195 Gramm pro Kilometer hat, muss künftig einen doppelt so hohen Kfz-Steuer-Aufschlag zahlen. Autos, die bis 95 Gramm CO2 ausstoßen, sollen künftig weniger Aufschlag zahlen. Pendler sollen ab 2021 ebenfalls weniger zahlen. Die Bundesregierung hat die Pendlerpauschale ab dem 21. Kilometer auf 35 Cent erhöht.

Bereits im Dezember 2019 einigten sich Bund und Länder darauf, dass Unternehmen, die mit Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel handeln, einen Preis für den C02-Ausstoß zahlen müssen. Ab 2021 müssen diese Unternehmen Verschmutzungsrechte in Form von Zertifikaten kaufen. Pro Tonne CO2 sind dann 25 Euro fällig. Konsequenzen treffen Autofahrer – der Sprit wird teurer. Nach Angaben des Umweltministeriums erhöhen sich die Preise für Benzin und Diesel pro Liter um sieben bis acht Cent.

Ab dem 3. Juli 2021 dürfen EU-weit unter anderem Plastikbesteck, Plastikgeschirr, Strohhalme, Styroporbehälter für warmes Essen zum Mitnehmen oder auch Wattestäbchen aus Plaste nicht mehr hergestellt werden. Sollte das Plastik-Verbot missachtet werden, wird ein Verfahren wegen Ordnungswidrigkeit eingeleitet.

Wenn eine Arbeitskraft krank wird, muss eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) beim Arbeitgeber und bei der Krankenkasse vorgelegt werden. Diese gibt es nur nach einem Besuch beim Arzt oder aufgrund von Corona nach einem Telefonat. Mit dem komplizierten Papierweg soll ab 2021 Schluss sein – der behandelnde Arzt schickt die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auf elektronischem Weg direkt an die Krankenkasse. Der Arbeitgeber kann den Zeitraum der Arbeitsunfähigkeit online bei der Krankenkasse abrufen. Zusätzlich zum digitalen Verfahren soll es zunächst eine analoge Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung geben.

Wer im Jahr 2021 einen neuen Personalausweis braucht, muss mehr zahlen. Die Gebühr für die Ausstellung wird von 28,80 Euro auf 37 Euro steigen. Die fast 30-prozentige Gebührenerhöhung muss allerdings noch vom Bundesrat bestätigt werden. Außerdem sind laut Gesetzesvorschlag ein digitales Passbild und zwei Fingerabdrücke vorzulegen.