Traumstadt

Lyonel Feininger und seine Dörfer vom 15. September im Kunsthaus Apolda

 

Lyonel Feininger erlangte durch seine kristalline Lichtmalerei und seine Zugehörigkeit zum Weimarer und Dessauer Bauhaus Weltberühmtheit.

Bestimmt wurden Feiningers Bilderwelten des urbanen und dörflichen Lebens von seinen Vorstellungen einer „alten“ und „neuen“ Welt. Diese standen im Zusammenhang mit der Industrialisierung und Verstädterung zu Beginn des 20. Jahrhunderts und spiegeln sich in einem differenzierten Bildpersonal wider. Vornehm flanierende Städter lösen Bauern und skurrile Figuren in phantastischer Kostümierung ab.

Feiningers intensive Auseinandersetzung mit Dörflichkeit und Urbanität währte über 50 Jahre lang und hielt auch nach seiner Rückkehr in die USA im Jahre 1937 an. Darin ist nicht zuletzt sein Bemühen zu erkennen, die nostalgische Färbung einer alten Zeit aufrecht zu erhalten, die sich durch technischen Fortschritt veränderte und Tier und Mensch gefährdete.

Im Kunsthaus Apolda Avantgarde werden über 80 Gemälde, Naturnotizen, Zeichnungen, Aquarelle, Druckgrafiken und Comic-Strips aus den Jahren 1906 bis 1955 aus internationalen Museen und Privatsammlungen der USA und Europa gezeigt. Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog.