Porzellan trifft Bauhaus

Junges Porzellandesign auf Bauhaus-Spuren

Weimar. Die schönen Gründe für einen Besuch des Schloß Belvedere häufen sich. Überrascht der Park mit täglich wechselnden Sichten und Farben, so begeistert die Porzellanausstellung im Schloss jedes Mal und gestattet – auch dank der gerade neu entdeckten Porzellanliebe – immer wieder ein Gefühl des Respekts und des Könnens der Macher. Die Thüringer verstehen auch heute noch ihr Handwerk und haben auch dank moderner Ideen und Technologien über Deutschland hinaus einen gut klingenden Namen. Davon konnten sich die Kuratoren des inzwischen siebten internationalen Porzellanworkshops „KAHLA kreativ“, der Ende 2018 vier Wochen lang stattfand, überzeugen. Mit ihren unterschiedlichen Perspektiven aus den Bereichen Keramik-, Möbel- und Industriedesign sowie Freier Kunst interpretierten die zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer (100 Bewerbungen lagen vor) aus sieben Nationen das Motto des Workshops jeweils sehr individuell. Und wie konnte es auch anders sein: Vor dem Hintergrund des Bauhaus-Jubiläums 2019 knüpften die Künstler an die Idee der Kunst- und Designschule an, Ernährung mit gemeinschaftlichen Arbeiten und Leben zu verbinden. Gleichfalls hinterfragten die jungen Talente das Verhältnis von Gestaltung, Industrie und Handwerk. Spannende Antworten stammen von Aureline Caltagiron (FRAU), Anna Katanen (FIN), Raili Keiv (EST), Aneta Koutna (CZE), Xin Zhe Luo (CHN), Antje Pesel (D), Jonathan Radetz (D), Birgit Severin (D) und Maurice E. Zacher (D). Ihre interessanten „Ergebnisse“ machen nun „Sommerrast“ und können bis zum 26. Oktober dank Klassik Stiftung und Günther Raithel Stiftung in den Räumen des Belvederer Schlosses bewundert werden. Und die modernen Designobjekte treten unweigerlich mit der historischen Porzellansammlung in einen Dialog. Sie wirken keinesfalls störend, sie machen eher neugierig und fordern zum Nachdenken auf. Respektvoll, niemals aufdringlich erzählen so Porzellan-Generationen in den altehrwürdigen Räumen bis zum 27. Oktober ihre Geschichten – und manchmal sind sie nicht unähnlich.