Neue Wege für Radfahrer

Freistaat übergibt Förderbescheide für Radweg-Abschnitte bei Lehnstedt und Mattstedt

Zwei wichtige regionale Probleme im Radwegnetzen lösen sich 2021. Dazu übergab am 12. August der Thüringer Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee gleich zwei Förderbescheide an die Kreisbeigeordnete Jacqueline Schwikal. Der erste symbolische Scheck unterstützt den Ilmtal-Radweg-Abschnitt von Mattstedt zur Poche. Der zweite Bescheid sichert die Förderung des Freistaates für den Bauabschnitt der Städtekette zwischen Lehnstedt und Kleinschwabhausen zu.

Während über den Ilmtal-Radweg zwischen Mattstedt und der Siedlung Poche „nur“ gesprochen wurde, machte sich der Minister für das zweite Vorhaben, der Kreisstraße 306, ein Bild vor Ort. Diese nämlich nutzen Radfahrer, wenn sie auf befestigtem Grund die Städtekette zwischen Weimar und Jena befahren wollen. Die künftige Trasse ist bisher nur als grasbewachsener Feldweg zwischen der Kreisstraße, einem Acker und dem Bahndamm erkennbar. Sie wird nach Fertigstellung direkt am Ortsausgang Lehnstedt beginnen und sich auf einer Asphaltbreite von 2,50 Meter und einem halben Meter Bankett beidseitig auf einer Länge von 1640 Meter erstrecken. Der neue Weg garantiert dann lediglich nur noch das Befahren der Kreisstraße auf einer Länge von 600 Meter, bevor sie nördlich von Kleinschwabhausen wieder auf den straßenbegleitenden Radweg stößt, der dann letztendlich über Isserstedt nach Jena führt. Die Kosten des neuen Teilstücks beziffern sich auf etwa 664.500 Euro. 413.421 Euro beträgt die Fördersumme des Freistaates, den Restbetrag trägt der Kreis.

Die Tourismus-Sachgebietsleiterin Franziska Thomas freut sich über die weiteren Mosaiksteine im Radwegebau. Das neue Stück setzt den Abschnitt zwischen Mellingen und Lehnstedt fort, der dann, komplettiert asphaltiert, nutzbar ist. Allerdings fehlen noch die Beschilderung und ein Geländer, die wichtig für die Absicherung hin zur Bahnstrecke sind. Bisher versperren vorerst noch Baustellenbaken die Durchfahrt.

Das zweite Vorhaben, ein Stück vom Ilmtal-Radweg zwischen Mattstedt und der Poche, liegt den Verantwortlichen schon länger auf dem Herzen. Die 755 Meter lange Strecke mit Regelausbaubreite von zweieinhalb Metern und mit ebenfalls beidseitigem Bankett von 50 Zentimetern besteht aus schmalen Betonspuren mit unbefestigter Mittelspur. Auch sie wird für rund 193.150 Euro (davon 139.158,02 Euro Fördermittel) asphaltiert.

Zuversichtlich blickt Thomas dann auch auf die Zertifizierung des Ilmtal-Radweges seitens des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC). Seit inzwischen neun Jahren bekommt der Ilmtal-Radweg alle drei Jahre ein Qualitäts-Zertifikat mit aktuell vier Sternen. Und da der ADFC die Frist zur nächsten Abnahme um ein Jahr verlängerte, sieht die Tourismus-Sachgebietsleiterin für die erneute Auszeichnung beste Chancen. Zuvor jedoch soll der gesamte Radweg noch einmal auf mögliche Schwachstellen überprüft werden, da sich die Prämissen seitens des Fahrradclubs härter gestalten. Wichtig sei, dass an keiner Stelle motorisierter Verkehr auf den Radweg gelangt, die Sperren aber auch nicht die Sicherheit von Radfahrern, auch mit Kinder-Anhängern, gefährden.

Mit den nun übergebenen Förderbescheiden beginnen für beide Projekte parallel die Ausschreibungen, die Fertigstellung der Radwegstücke ist für September 2021 geplant.