Museen der Klassik Stiftung digital erkunden

Da die Museen und das Goethe- und Schiller-Archiv der Klassik Stiftung Weimar coronabedingt bis auf Weiteres geschlossen bleiben, haben wir für die Zeit zwischen den Jahren neue 360°-Rundgänge durch unsere Häuser auf der Stiftungswebsite ergänzt. Neben den bereits bestehenden digitalen Rundgängen durch die Herzogin Anna Amalia Bibliothek, Schloss und Park Kochberg sowie das Nietzsche-Archiv können die Nutzerinnen und Nutzer nun ebenfalls Goethes Wohnhaus und Goethes Gartenhaus im Park an der Ilm online besichtigen. Auch neue digitale Sammlungshighlights gibt es zu entdecken:
 
Die eigenhändigen Entwurfshandschriften Büchners zu diesem Trauerspiel (Straßburg, 1836 und Zürich, 1837) hat 1918 der Insel-Verleger und Goethe-Sammler Anton Kippenberg zusammen mit dem Büchner-Nachlass erworben. 1924 übergab er sie zur dauerhaften Aufbewahrung an das Goethe- und Schiller-Archiv. Die Woyzeck-Fragmente zählen zu den wertvollsten Autographen des Büchner-Bestands.
 
Das Gemälde in der Apsis der Schlosskapelle im Westflügel des Stadtschlosses Weimar entstand in den Jahren 1868 und 1869. Aufgrund der Umnutzung des Raums als Büchermagazin wurde es 1968 überstrichen. 2010 ist es unter der Übermalung wiederentdeckt und im Zuge der Restaurierung bis 2019 wieder vollständig freigelegt worden. Die Wiederherstellung der Schlosskapelle ist Teil der Gesamtinstandsetzung des Stadtschlosses Weimar.
 
Die durch den Mannheimer Wagnermeister Johann Frey hergestellte Draisine ist eines der ältesten, wenn nicht das älteste Exemplar der berühmten Laufmaschine des Freiherren von Drais. Sie gilt als Vorläufer des Fahrrads und ist Teil der in Auerstedt aufbewahrten Kutschensammlung der Klassik Stiftung Weimar.
 
Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek besitzt ein Scheinbuch aus dem 17. Jahrhundert. Von außen wirkt es normal mit blindgeprägtem Schweinsleder-Einband über Holzdeckeln mit zwei intakten Schließen. Aufgeschlagen aber entpuppt es sich als eine Giftapotheke mit zehn kleinen Schubladen für Tabak, Schierling, Schlafmohn, Seidelbast, Stechapfel, Bleiweiß, Wermut, Tollkirsche, Herbstzeitlose und Eisenhut. Buchattrappen und Trompe-l’oeil-Bücher mit versteckten Hohlräumen und Geheimfächern waren im Barock weitverbreitet und gehörten zum Standardrepertoire von Buchbindern.
 
Die mittelalterliche Inschrift befand sich bis zum Jahr 1816 an einer Kirchenmauer im thüringischen Heilsberg. Goethe selbst hat die Überführung nach Weimar angeregt und sich in den kommenden Jahren intensiv mit der Deutung der Schriftzeichen auseinandergesetzt. Er hegte die Vermutung, dass der Stein ein Zeugnis der Karolingerzeit sei. Mit fortschreitender Analyse stellten sich die ursprünglichen Annahmen Goethes zur Entstehung und Bedeutung der Tafel als falsch heraus. Die tatsächliche Bedeutung der Inschrift bleibt jedoch ungeklärt, da eine Entzifferung heute, auch wegen des Verwitterungszustands, kaum möglich ist.
 
Öffnungszeiten des Studienzentrums der Herzogin Anna Amalia Bibliothek bis Jahresbeginn 2021 | Nur Ausleihe und Rückgabe
Das Studienzentrum der Herzogin Anna Amalia Bibliothek ermöglicht weiterhin die Ausleihe und Rückgabe von Medien von Montag bis Freitag zwischen 9 und 17 Uhr. Die Lesebereiche bleiben jedoch bis auf Weiteres geschlossen.