Mitten aus dem Leben gerissen

Wolfgang Knappe lebt nicht mehr

Thüringen verliert einen beherzten Streiter für eine offene, vielfältige Kultur und Gesellschaft, schreibt der Ministerpräsident Bodo Ramelow und würdigt besonders sein unermüdliches, ehrenamtliches Engagement.

Über zwei Jahrzehnte begleitete das Magazin IMPULSREGION die ungezählten Veranstaltungen im und außerhalb von Schloss Kromsdorf. Wolfgang Knappe beeindruckte mit seinem konsequenten und hartnäckigen Wirken – immer das Ziel vor den Augen. Er wurde nicht müde, selbst dem in die Jahre gekommenen Schloss Kromsdorf ein neues lebendiges Gesicht mit frischen Inhalten zu geben.

Die  Würdigung des segensreichen Wirkens der Maria Pawlowna (1786-1859), russische Großfürstin, Erbherzogin und Großherzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach, wird künftig noch deutlicher ausfallen und unter der Federführung der am 9. Juni 2002 im Schloss Kromsdorf gegründeten „Maria-Pawlowna-Gesellschaft“ erfolgen, so klar formulierte Wolfgang Knappe seinen Auftrag.

Die Gründungsversammlung, zu der zahlreiche Persönlichkeiten anwesend waren, besiegelte das bisher erfolgreiche Wirken von Wolfgang Knappe mit der Wahl zum Präsidenten der Gesellschaft. Dem folgten fast zwei Jahrzehnte rastloses Wirken. Die Zahl der Freunde Schloss Kromsdorf war groß. Der Initiator des Konzeptes, Wolfgang Knappe, benötigte immer mehr Zeit zur Begrüßung der Gäste. Es fehlt nicht an aktiven Mitwirkenden: Christine Lieberknecht, MP a.D., Prof. Veronica Jochum von Moltke, Prof. Dr. Klaus Hüfner, Rüdiger Burkhardt, Prof. Dr. Erich Taubert … Noch größer war die Runde der Gründungsmitglieder.

Das Jahr 2004 wurde zum „Maria-Pawlowna-Jahr“ erklärt. Der MDR strahlte einen Film von Prof. Eberhard Görner „Maria Pawlowna“ aus. Die Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen wartete mit einer Ausstellung „Maria Pawlowna“ und dem Gartenfestival „Sehnsucht nach Pawlowsk“ auf. Das Jahr 2024 wäre ein guter Anlass, das Wirken von Wolfgang Knappe zu ehren.

Er hat mit Mitstreitern zusammen das Projekt „Stéphane Hessel – Die Würde des Menschen…“ geboren. Die Ausstellung mit Fotos von Britta Rost und Zeichnungen und ergreifenden Worten, Gedanken und Gedichten der vielen Schülerinnen und Schüler erreichte viele Orte in Deutschland. Die Macher waren zusammen in Paris und Brüssel, im EU-Parlament…

Wolfgang Knappe lebt nicht mehr. Nach der Trauer und dem Innehalten kommen ehrende Verpflichtungen, den Weg fortzusetzen. 

(Der Text wird von Christine Lieberknecht (Thüringer Ministerpräsidentin a.D.) sowie den Thüringer Landtagsabgeordneten Thomas Gottweiss unterstützt – vielen Dank!)