Marc Chagall. Von Witebsk nach Paris.

Neue Ausstellung im Kunsthaus Apolda Avantgarde bis 13. Dezember

Marc Chagall gilt als einer der außergewöhnlichen und eigenwilligsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Geboren wurde er im russischen Witebsk, in einem jüdischen „Schtetl“, das von der chassidischen Tradition geprägt wurde. Doch in Paris fand seine Kunst seine Erfüllung und Blüte. In dieser Stadt, die Chagalls große Liebe und Hort seiner Inspiration wurde, formte sich eine Bildsprache, die jenseits des üblichen Realitätsverständnisses liegt.

Immer wieder zog es ihn in die Stadt an der Seine – zunächst 1910 als unbekannten jungen Künstler, wo er Apollinaire, Cendrars, Delaunay, Léger und Modigliani begegnete und die Farbkraft des Fauvismus entdeckte. Dann 1922 – nachdem er in die Russische Revolution geraten war und die Kunstakademie Witebsk mitgegründet hatte, als deren Leiter er neue Wege einschlagen wollte. Und schließlich 1947 – als er aus dem amerikanischen Exil zurückkehrte, in das er 1941 vor den deutschen Besatzern geflohen war.

„Das Land, das die Wurzeln meiner Kunst genährt hat, war Witebsk, aber meine Kunst braucht Paris, wie ein Baum Wasser braucht“, betonte Marc Chagall, der wie kein anderer Tradition und Moderne miteinander zu verbinden verstand und somit ein kulturübergreifendes und doch höchst persönliches Werk schuf.

In Paris gelang es Chagall, die Visionen seiner Kindheit und seine jüdische Tradition mit der Moderne zu einem Kosmos voller Farbkraft, Romantik und Phantasie zu vereinigen. So schuf er in seinen späten Lithografien, die zum umfassendsten und bedeutendsten druckgrafischen Werk der Moderne neben Picasso gehören, ein einzigartiges Porträt seiner Wahlheimat. Phantastische Gestalten – die jiddischen Sprichwörtern, russischer Volkskunst und seinen persönlichen Erinnerungen entsprangen – bevölkern sein Werk, das ein großes und von persönlicher Mystik durchzogenes Universum bildet.

Die Ausstellung Marc Chagall: Von Witebsk nach Paris präsentiert über 70 Grafiken aus dem Spätwerk Chagalls in Form von zum Teil farbigen Lithografien und Holzschnitten, von denen viele bisher selten oder nie gezeigt wurden. Dabei werden insbesondere sein großes Motivrepertoire und dessen Ursprung in der chassidisch-jüdischen Kultur herausgestellt, aber auch seine tiefe Liebe zu Paris.

Website Kunsthaus: www.kunsthausapolda.de

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