Große Ausstellungshoffnungen für 2021

Kunsthaus Apolda und GlockenStadtmuseum präsentierten Jahresprogramm

Alles unter Vorbehalt – die Stimmung zum Pressegespräch anlässlich der Ausstellungshöhepunkte in 2021 fällt verhalten aus. Trotz der hochkarätigen Ausstellungsprojekte treiben „Corona“ und die anhänglichen Bestimmungen des Freistaats den Apoldaer Machern immer wieder Knüppel zwischen die Beine.

Entmutigen lassen sich die Veranstalter Kunstverein, Landratsamt sowie GlockenstadtMuseum nicht. Dazu geben die Schlangen vor dem Kunsthaus und das geduldige Warten der vielen kunstinteressierten Menschen den Veranstaltern Mut und Recht, mit den hochkarätig vorbereiteten Ausstellungen weiterzumachen.

Und gleich am 16. Januar folgt mit der Friedensreich Hundertwasser-Ausstellung ein erster Paukenschlag. Die Ausstellung namens „Schönheit ist ein Allheilmittel“ zeigt dabei einen repräsentativen Querschnitt der Originalgrafik, Siebdrucke, Lithografien, Radierungen sowie Japanische Holzschnitte und Mischtechniken des international bekannten und geschätzten Künstlers. Seinen Einsatz für eine natur- und menschengerechte Architektur veranschaulichen Fotografien seiner Architekturprojekte, die ebenfalls zu sehen sind.

Abgelöst wird die Ausstellung durch eine von Dr. Andrea Fromm kuratierte Schau mit Werken von Cornelia Schleime. Die übertitelte Präsentation „An den Ufern ferner Zungen“ öffnet am 27. Juni und zeigt etwa 90 Werke aus allen Schaffensphasen der Künstlerin von 1981 bis 2020. Gezeigt werden dann Acrylbilder, Aquarelle, Zeichnungen, Fotos, Übermalungen von Selbstinszenierungen sowie Reisetagebücher, zu einem Großteil zum ersten Mal öffentlich. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, den es leider zur dritten Ausstellung nicht gibt. Allerdings wurden mit René Scharf und Susanne Fleischer zwei Ausstellungsmacher gefunden, die versiert „Bilder einer fließenden Welt“ hängen. Der Einfluss des japanischen Holzschnittes mit den leuchtenden Farben sowie den ungewöhnlichen Kompositionsformen auf die französische Avantgarde spiegelt sich dann in den gezeigten Werken von Cezanne, Degas, Matisse, Hokusai, Hiroshige sowie Utammaro wieder. Zeit bleibt bis zum 12. Dezember, um dabei die neuen Motive sowie die Fähigkeit, subtile Veränderungen der Natur im Wechsel der Jahreszeiten in den Werken der Künstler zu entdecken.

Ganz andere Ausdrucksmöglichkeiten, obwohl auch im Zeichnen bewandert, bediente sich John Lennon. Dem Leben und Wirken des Künstlers widmet sich die Sammlung Wahle, die ab dem 16. Januar im GlockenStadtMuseum sicherlich für Aufsehen sorgt.

Von der Welt nach Thüringen, zu den kleinsten Orten Thüringens. Genauer, zu den Thüringer Dorfgeschichten, die Stefan Petermann und Yvonne Andrä zusammen getragen haben. Zehn kleine Orte in Selbstverwaltung erhalten in Filmen und Sequenzen Aufmerksamkeit. Besser noch, die Menschen, die in ihnen wohnen, wirken und arbeiten sind Mittelpunkt einer ganz besonderen Ausstellung.

Wie es sich in der DDR lebte, können viele aus eigenem Erleben mitteilen. Von den zahlreichen nützlichen „Helfern“, die Haushalte nutzten, kündet die Herbstausstellung im GlockenstadtMuseum. Der bekannte Ausspruch „Unterm Ladentisch“ soll erinnern, u.a. auch die Langlebigkeit mancher Marken aufmerksam machen. Leider ist ein Alltag dem ehemaligen Museum „Olle DDR“ nicht mehr beschieden. Im Juni 2020 durch das Insolvenzverfahren des Vereins Euratibor geschlossen, suchen Stadt und Landkreis noch nach Unterbringungsmöglichkeiten der Sammlung. Mit der Ausstellung im GlockenStadtMuseum soll dabei ein Zeichen gesetzt werden, dass an eine Weiternutzung des Inventars in neuer Form gedacht wird.