Frühling und Kräuterzeit

Vogelmiere schmeckt nach jungem Mais

Endlich wieder über die Wiesen stromern, den Blick auf den Boden gerichtet, um ja kein Kräutlein zu verpassen. Denn je nach Temperatur verstecken sich manche doch noch gerne oder sind so fein und zart, dass man sie leicht übersieht. 

Denn nicht nur die Bewegung an der frischen Luft bringt die müden Glieder wieder auf Trab. Auch die ersten Frühjahreskräuter helfen dem Körper, die angestauten Altlasten und Schlacken des Winters los zu werden.

Vogelmiere, auch Sternmiere genannt, kann man auch im Winter an geschützten Stellen sammeln. Allerdings schmeckt sie im Frühjahr besonders zart nach jungem Mais.

Giersch oder im Volksmund u.a. als Gichtkraut bekannt ist die Petersilie der Wildkräuter. Erfrischend im Geschmack und blutreinigend. Giersch ist außerdem ein sehr wichtiger Lieferant für Mineralstoffe wie Eisen, Kupfer, Mangan, Titan und Bor.

Auch die Brennnessel braucht sich nicht zu verstecken. Neben Eisen (mehr als in jedem Gemüse oder Fleisch – außer Innereien) versorgt sie die Menschen mit Kieselsäure, Kalzium, Kalium, Vitamin A und sogar mit dem Glückshormon Serotonin. Für stillende Mütter ist es ebenfalls interessant zu wissen, das die viel gemiedene Brennnessel sogar die Milchbildung fördert.

Löwenzahn, Schafgarbe (im Frühjahr die jungen Blatttriebe), Wiesenbärenklau, Gänseblümchen, Knoblauchsrauke und viele, viele andere Wildkräuter haben alle sehr wertvolle Inhaltsstoffe. Es sind nicht umsonst die ersten Pflanzen, die wachsen. An ihnen labten und stärkten sich die Menschen seit Anbeginn der Zeit, aber auch die Tiere wissen um ihren Geschmack und die Nahrhaftigkeit.

Wer mag, kann mit diesen Kräutern eine regelrechte Frühjahrskur machen. Aber Vorsicht ist dennoch geboten. Denn wer zu viel auf einmal verzehrt, erhält – im wahrsten Sinne des Wortes – eine durchschlagende Wirkung auf den gesamten Organismus. Das kann dann auch schon mal von leichtem Bauchgrimmen und allgemeinem Unwohlsein begleitet werden.

Mein Tipp daher: Langsam anfangen, mal eine kleine Handvoll mit in den Salat, mal über die Kartoffeln oder unter den Quark gestreut bis hin zum Smoothie.