Franz Markau – Farbkünstler aus Leidenschaft

Sonderausstellung im Thüringer Freilichtmuseum läuft bis zum 3. Januar

Gemäß der langjährigen Tradition, im Thüringer Freilichtmuseum Hohenfelden Thüringer Künstler zu präsentieren, wird ab dem 6. September die künstlerische Arbeit des viele Jahre in Hohenfelden wirkenden Malers Franz Markau gewürdigt.

Im alten Pfarrhaus werden bis zum 3. Januar seine Werke zu sehen sein. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der Familie Markaus, die seinen Nachlass verwaltet.

Mit der Konzentration auf den weitverzweigten Motivbereich von Natur und regionaler Landschaft, der Franz Markau nicht nur lebenslang beschäftigte, sondern neben religiösen Themen zu den zentralen bildkünstlerischen Äußerungen seines Werks gehört, wollen wir ausdrücklich diese für Thüringen so bedeutende Künstlerpersönlichkeit in den Fokus rücken.

Immer wieder zog es Markau hinaus in die Gegend rund um Erfurt und nach Hohenfelden – am Riechheimer Berg besaß er ein Waldhaus, das er in seiner Freizeit mit Vorliebe aufsuchte und die Umgebung während seiner Streifzüge wiederholt in Bildern festhielt. Die sanften Hügel, die Wälder und Wiesen, aber auch Alltagsszenen und Hohenfeldener Bürger wurden zu wichtigen Motiven in seinem Œuvre. 1929 wurde er zum Professor ernannt und in den folgenden Jahren führte er zahlreiche Wandmalereien aus, so z.B. in der evangelischen Stadtkirche St. Gumberti in Clingen (Thüringen) und in Erfurt. Gleichzeitig führte Markau fort, was er in seinem Werk bereits Ende der 1920er Jahre angelegt hat: Neben einer weiteren Konzentration auf den Natureindruck geschah eine starke Akzentuierung auf die Lichtverhältnisse. Dabei behandelte Markau die Farben fast impressionistisch.

1945 wurde er aus dem Schuldienst entlassen, übersiedelte nach Weimar und war als freischaffender Künstler tätig. Auch hier entstanden Bilder seines Umfeldes. 1951 und 1961 wurden ihm zu Ehren, anlässlich seines 70. beziehungsweise 80. Geburtstages, wichtige Ausstellungen in Erfurt ausgerichtet.

In seiner letzten Schaffensphase wurde eine zunehmende Konzentration auf religiöse Sujets und allegorische Darstellungen deutlich, die vor allem die Bedeutung von Farbe für die Bildaussage sichtbar werden ließen. Während diese zu Beginn seines Wirkens dem Inhalt des Bildes dienlich waren, erlangten sie nun eine gesteigerte Autonomie und wurden zunehmend selbst zum Inhalt. Ähnlich wie Alexej von Jawlensky, der im Spätwerk zu einer ganz eigenen Spiritualität im menschlichen Antlitz fand, gelangte auch Markau in Verbindung von Religiosität und einer eigenen, von der Anthroposophie geschulten Farbsymbolik zu einer kraftvollen und dynamischen Formensprache mit pulsierenden Farbfeldern, die aus sich heraus leuchten.

Die Ausstellung wird durch die Sparkassenstiftung Weimar/Weimarer Land und die Thüringer Staatskanzlei gefördert.