Eisweinlese an Saale und Unstrut

Zeitiges Aufstehen am heutigen Montagmorgen lohnte sich für die Winzer an Saale und Unstrut gleich doppelt. Denn während es am Himmel die Möglichkeit zum Bestaunen des Blutmondes gab, zeigte das Thermometer auf der Erde eisige Minusgrade an – ideale Bedingung für die Eisweinlese. So nutzten gleich fünf Betriebe die frostigen Temperaturen.
 
Am Müncherodaer Himmelreich konnte die Argrargenossenschaft Gleina heute Morgen rund 400 kg Rieslingbeeren lesen. Mit einem Mostgewicht von 172° Öchsle reift nun in der Winzervereinigung Freyburg 120 Liter Eiswein heran.
Mit 179° Öchsle erntete ebenfalls das Landesweingut Kloster Pforta am Pfortenser Köppelberg
200 Liter edlen Rieslingeisweins.
 
Auch im Thüringer Teil des Anbaugebietes Saale-Unstrut nutzten die Winzer die frostigen Temperaturen. Das Weingut Wolfram Proppe erntet in der Lage Golmsdorfer Gleisburg einen Cabernet Blanc mit 175° Öchsle und einen Kerner mit 186° Öchsle. Am Bad Sulzaer Sonnenberg freute sich das Thüringer Weingut Bad Sulza über 200 Liter mit 168° Öchsle von Traminertrauben.
 
Sage und schreibe 204° Öchsle beträgt das Mostgewicht der Muscarisbeeren die heute Morgen vom Thüringer Weingut Zahn im Kaatschner Dachsberg gelesen wurden.
 
Die Temperatur bei der Lese in den Morgenstunden betrug -10,5°C.
 
Nun heißt es abwarten bis der Eiswein in den Verkauf kommt, frühestens im Sommer 2019, vermutlich auch erst später werden diese Tropfen erhältlich sein. Jetzt ist es die Aufgabe des Winzers, diesen edlen Rebensaft viel Liebe und Leidenschaft zu schenken, damit dieser Eiswein die Genießer Herzen edelsüßer Liebhaber höherschlagen lässt.
 
Hintergrund: Für die Herstellung von Eiswein werden überreife, gefrorene Trauben gelesen mit einem Mindest-Mostgewicht von 125° Öchsle. Die Lese muss bei einer Temperatur von mindestens – 7 °C erfolgen und die Trauben müssen gefroren gepresst werden. Für die Eisweinlese ist Dauerfrost an zwei aufeinanderfolgenden Tagen ideal. Das in den Beeren enthaltene Wasser kristallisiert bei Minusgraden aus. Nur der in den Trauben enthaltene Zucker bindet nicht kristallisiertes Wasser sowie die enthaltenen Fruchtsäuren. Die Kälte sorgt so für einen sehr konzentrierten Saft mit intensiven Aromen.