Das 25. Apoldaer Brunnenfest huldigte sprichwörtlich dem nassen Element

Ohne Wasser, merkt euch das, wär die Erd’ ein leeres Fass…

Apolda. Das Brunnenkind Paulina wird das Lied nicht kennen (noch nicht), doch wie nass man werden kann beim Einstreuen des Salzes und dem Kehren der Brunnen, hat sie am eigenen Leib erfahren. Das 25. Bornfest hatte im Dauerregen sein Dasein zu fristen – bis zum Ende des Festes. Dafür ging die Lindwurmsage in der Schötener Promenade am Vorabend „trocken“ über die Bühne.

Es ist noch keine Fruchtbarkeitsrede über den Lautsprecher gekommen, wo es nicht um das Lebenselixier Wasser ging. Ohne Wasser ist kein Leben denkbar. Noch härter würde es die Brauerei treffen, wie Brunnenmeister Detlef Projahn vor drei Jahren sagte: Ohne Wasser kein Bier. 

Die Sauser-Guggis hatten die Lungen voll gepresster Luft und kräftig wurden die Pauken geschlagen. Das Wasser tropfte trotzdem weiter. Nun versuchte es Zauberer Borowski und hatte manchen Trick auf Lager, konnte aber Petrus auch nicht die Schau stehlen oder eine Wolkenlücke aufreißen. Fruchtbarkeitsrede und der Dank an das Wasser, Säubern des Brunnens am Markt – alles im schönsten Regen. Zum Glück hatte Vereinschef Gert Drewniok für ein Bühnendach gesorgt, so dass wenigsten die Veranstaltungen „trocken“ über die Bühne gingen. Neues kam vom DRK mit Druckverband und stabiler Seitenlage. Sie hatten sich vorsorglich selbst ein schützendes Dach mitgebracht. 

Trockene Sommer, wie 2018, können wir selbst.  .

Auch der Gospel-Chor konnte den Regen nicht weg singen, ein Liedchen vom Regen sollte genügen. Den Kindern konnte der Regen wenig anhaben, wetterfeste Kleidung, Gummistiefel und wunderbare Pfützen. So macht Wetter Spaß.

Leider konnte der neue Brunnenmeister Dietmar Vogel von B&V nicht persönlich kommen. Familiensache. Trotzdem hielt Dr. Wegner seine Laudatio und freute sich mit den übrigen Brunnenmeistern auf einen Sonnentag (Montag, 13.05.2019, wo auch das Foto entstand)

In Laudatio: B&V aktives Unternehmen, 160 Beschäftigte in drei Firmenbereichen, wichtiger Sponsor in der Region auch für DRK und Handballer, Mitglied im Rotary-Club, viel mehr im Hintergrund, im Stillen, werden gemeinnützige Projekte in vielfältiger Form unterstützt. Ein würdiges Mitglied also in der Gilde der Brunnenmeister!

Der Freundeskreis GlockenStadtMuseum polierte erstmal mit dem Schmücken des Brunnens am Museum das sonst schon gute Aussehen auf und reihte sich damit in die Reihe der aktiven Brunnenschmücker ein. Den Kindern der Kitas gilt der öffentliche Dank für die wunderschön gestalteten Brunnen.

Der „Verein Lager derer von Greifenstein“ unterhielt am Vorabend rund 70 Gäste in der Schötener Promenade mit szenischer Lesung und einem Spektakel, was schließlich zum Erschlagen der Lindwürmer führte. Besser konnte die Metapher nicht Mut und Kraft gegen Böses dargestellt werden. 

Einst begann das Brunnenfest mit 30 Zuschauern. Das sei lange her, erinnert sich Gert Drewniok vom Brunnenverein. Inzwischen könne man jährlich mit 400 bis 600 Gästen rechnen. Nun, bei schönem Wetter können alle…

Auch 2019 gelang die Traditionsveranstaltung gut, alle Programmpunkte erfreuten die Besucher, die wetterfest waren und begeistert das Fest verfolgten. Es wird schon wieder. Die Sonne machte zu den „Eisheiligen“ eine kleine Pause.

Und es wurde. Am dem Fest folgenden Montag war alles wieder im Sonnenschein. Auch der neue Brunnenmeister Dietmar Vogel persönlich. Er wird in herbstlicher Zeit die Allee der Brunnenmeister mit dem Baum des Jahres komplettieren. Bis dahin möge in heißer Sommerzeit das köstliche und kühlende Nass nich ausbleiben.