Alle Jahre wieder….

Mit kluger Vorbereitung lässt sich Weihnachtsstress vermeiden

Alle Jahre wieder… alle freuen sich auf Weihnachten, doch oft ist es schwer, dem Dezember-Stress zu widerstehen. Dabei ist es doch nur natürlich, dass das Weihnachtsfest mit seinem Anspruch auf Glückseligkeit, stille Freude und Rückbesinnung alljährlich vielfacher Kritik ausgesetzt ist, die sich vor allem gegen die rastlose, konsumorientierte Ausrichtung des Festes richtet. Und trotzdem – wider alle Kritik – versuchen viele Familien, jedes Jahr aufs Neue, in der Adventszeit und der Feier am Heiligabend zum inneren Frieden zurückzufinden und Abstand zu finden – gerade im „Corona-Jahr“.

Oh du Fröhliche… Bald ist es wieder soweit. Das Weihnachtsfest steht vor der Tür und mit ihm die große Frage nach dem Weihnachtsmenü. Überlegen Sie auch schon, was Sie dieses Jahr kochen werden? Möchten Sie den traditionellen Gänsebraten mit Klößen und Rotkohl servieren? Oder mal ganz was anderes? Wie sieht es mit dem traditionellen Nachtisch aus? Was reichen denn die Gastgeber in unseren Landen? Apfelstrudel, Pudding im Glas? Vielleicht gibt es ja auch mal Eis, das schnell aus dem Tiefkühlfach entnommen werden kann. Dann bleibt mehr Zeit mit der Familie als diese allein in der Küche am Herd zu verbringen?

Mit ein paar Tipps und rechtzeitiger Planung lassen sich die Vorbereitungen zum Fest sowie dem Menü in ruhigere Bahnen lenken. Als Gastgeber hilft ein gutes Zeitmanagement, manchmal sogar kleine Erinnerungen auf dem Handy.

Die Feiertage müssen nicht perfekt sein

Die Festtagsgans soll möglichst auf den Punkt zart und die Wohnung blitzblank sein, die Geschenke rechtzeitig verpackt und der Baum perfekt geschmückt. Aber ist das notwendig? Nein. Weniger Perfektionismus ist manchmal mehr. Unser Problem ist die Überbedeutung dieses Festes und die emotionale Aufladung, der viele Menschen nicht gerecht werden können. Wer die eigenen Erwartungen herunterschraubt, wird entspannter. Und das überträgt sich auch auf andere. Plätzchen schmecken auch, wenn sie nicht schön aussehen. Das Einpacken der Geschenke ist zwar ein Ritual, verschafft Spannung bei dem Beschenkten. Es geht aber auch ohne.

Nicht zu viele Termine an den Festtagen

Weihnachten bleibt nicht viel Zeit, wenn man sich zwischen der Verwandtschaft und möglicherweise der Familie des Partners aufteilen oder alte Freunde wiedersehen will, die zu den Feiertagen auch zurück im Heimatort sind. Das bedeutet Stress, deshalb

Termine bündeln. Freunde kann man – falls „Corona“ das erlaubt – in ein Café oder Restaurant einladen. Und wenn ein Treffen in diesem Jahr nicht klappt, dann eben ein anderes Mal.

Jeder packt mit an

Niemand muss alleine einkaufen, kochen, den Weihnachtsbaum schmücken, Geschenke einpacken, die Verwandtschaft bewirten und die Geschirrspülmaschine einräumen.

Deshalb: Verteilen Sie rechtzeitig die Aufgaben. Der eine hilft beim Weihnachtsbaumschmücken, der andere holt den Nachtisch; in meinem Fall ist das dieses Jahr Eis – aus dem Tiefkühlfach. Wenn jeder für ein paar Dinge zuständig ist, fühlt sich keiner ungerecht behandelt und überfordert.

Unterschiedliche Vorstellungen

Einer würde gern den ganzen Nachmittag auf dem Sofa sitzen und Weihnachtsmärchen anschauen, der andere braucht das Krippenspiel in der Kirche. Einer hätte gerne die ganze Familie um sich, der andere mag zwischendurch ein wenig Ruhe. Mancher findet die Bescherung vor dem Essen besser, der andere hinterher. Denken Sie einfach: Die eine  (richtige) Vorstellung von Weihnachten gibt es nicht. Sprechen Sie rechtzeitig darüber, was man sich in der Familie für die Feiertage wünscht. Für vieles finden sich Kompromisse. Oder man macht am Ende eben doch nicht alles zusammen. Wenn jeder einen Teil seiner persönlichen perfekten Weihnachten bekommt, sind am Ende sicher alle ein bisschen glücklicher. Vielleicht hilft auch das gemeinsame Spielen, um die Zeit zu vertreiben. Viele Angebote eignen sich nicht nur für die Jüngsten.

Alte Konflikte sollten besser ruhen

Wie praktisch: Endlich sind alle da. Und keiner hat eine richtig gute Ausrede, um schnell wieder zu gehen. Klingt nach dem idealen Zeitpunkt, um endlich diesen alten Streit zu klären.

Dennoch, lassen Sie es lieber. Weihnachten ist nicht der richtige Zeitpunkt, um Konflikte zu klären. Wenn der Haussegen erst einmal schief hängt, wird es nämlich schwer, die Feiertage noch entspannt miteinander zu genießen. Gehen Sie bei jedem Gespräch respektvoll miteinander um, auch wenn Sie anderer Meinung sind. Gerade bei Konflikten zwischen den Generationen immer daran denken, was Ältere für Jüngere geleistet haben.

Durchatmen wirkt manchmal Wunder

Das Programm ist an den Feiertagen meist ziemlich dicht. Vorbereitungen, Besuche, letzte Besorgungen, vielleicht auch Geschenke einpacken. Kein Wunder, wenn da irgendwann der Kopf schwirrt und man dünnhäutig wird. Sitzen Sie nicht die ganze Zeit zu Hause aufeinander. Stattdessen lieber raus an die Luft, egal ob bei einem Weihnachtsspaziergang oder kleinen Ausflügen. Bewegung macht den Kopf frei und sorgt für Entspannung. Und nach dem vielen Essen tut ein bisschen Bewegung gut. Danach können Sie in einer schwierigen Situation problemlos etwa zehnmal durchatmen. Zudem kann Weihnachten auch der Zeitpunkt der Versöhnung sein. Springen Sie ruhig auch mal über Ihren Schatten. Humor macht vieles leichter.

Weihnachten mit „Corona“

Weihnachten wird überwiegend im privaten Raum gefeiert. Also genau dort, wo sich nach mehrheitlicher Überzeugung der Virologen die meisten Infektionen verorten lassen. Noch dazu: An Weihnachten kommen viele Familien aus den verschiedensten Regionen, teils sogar dem Ausland, zusammen. Die Sorge, dass Weihnachten zu einem enormen Pandemietreiber wird, ist berechtigt. Feiern „in üppigem Stil“ würden nicht möglich sein, betonte Angela Merkel bereits. Verbieten wird man das Feiern der Geburt Christi dennoch nicht. „Es wird ein Weihnachten unter Corona-Bedingungen, aber es soll kein Weihnachten in Einsamkeit sein“, hofft die Bundeskanzlerin auf einen möglichst erträglichen Mittelweg. Um den zu erreichen, könnte das Konzept der Vorquarantäne erneut in den Blickpunkt rücken, welches Virologe Christian Drosten (48) bereits in einem Interview mit der Zeit Anfang Oktober als möglicherweise effektive Schutzmaßnahme in Erwägung zog. Wer Weihnachten mit der Familie feiern möchte, sollte nach seinen Vorstellungen „einige Tage, optimalerweise eine Woche, vor dem Familienbesuch mit Oma und Opa soziale Kontakte so gut es geht vermeiden“. Man könne dann mit dem Wissen zu den Verwandten fahren, sich in dieser Woche wahrscheinlich nicht infiziert zu haben. Das setzt Ferien, Urlaub oder einen Job im Homeoffice voraus. Um das Dilemma weiß auch Christian Drosten. „Natürlich muss jeder im Einzelfall überlegen, wie das im Alltag umsetzbar ist.“

Zu guter Letzt eine kleine Weihnachtsmaxime in meinem Haus: So jung kommt man nicht wieder zusammen. Prosit, auf dass es allen gut geht.