250. Geburtstag von Napoleon

Heldenverehrung oder Ehre einem militärischen Genie?

Anlässlich des 250. Geburtstages von Napoleon wurde der so genannte Napoleonstein auf dem Windknollen in Cospeda nach umfänglicher Restaurierung wieder der Öffentlichkeit gezeigt. Seit 1992 war dieser Stein dort Symbol und zugleich Wander- und Fotoziel. Zuvor fand in Hermstedt/Weimarer Land die öffentliche Übergabe einer Erinnerungstafel statt. Die Tafel soll einen Teil der reichen Geschichte des Weimarer Landes verdeutlichen und für kommende Generationen nachvollziehbar machen.

Das Jahr 1806 war der Beginn einer Zeit, die Ereignisse von Weltgeltung über das Gebiet des Weimarer Landes bringen sollte. Die Region wird zum Schauplatz der Weltgeschichte. Vom 13. bis 15. Oktober 1806 befanden sich auf dem hiesigen Territorium etwa 240 000 fremde Soldaten mit ca. 90 000 Pferden.

Unmittelbar nach der Tafelenthüllung wurde der Gedanke festgemacht, ähnlich einer kulinarischen Reise in Bildern und Tafelwerk eine militärhistorische Reise durch das Weimarer Land ins Netz zu stellen, die zudem in die unterschiedlichen Orte im Weimarer Land einlädt. Da wären neben Hermstedt, Niederroßla, Blankenhain, Bad Sulza-Sonnendorf, Münchengosserstedt auch Kapellendorf und Apolda. Geplant sind weitere Erinnerungstafeln in Kleinromstedt und Stobra.

Auch wenn sich die Geister an Napoleon scheiden, müssen Tatsachen berücksichtigt werden – auch dass der König der Preußen Napoleon den Krieg erklärte und sich das blutige Gemetzel in Deutschland, in Thüringen und der engeren Region vollzog. Allein die Schlacht bei Hassenhausen (bekannt als Doppelschlacht Jena-Auerstedt) ist beispiellos für tobende Kriegsschlachten jener Zeit. Es ist nur zu verständlich, dass in Auerstedt die Kirche zur Friedenskirche wurde.